Showstopper mit Ringelschwanz

Sie suchen einen Hund, mit dem Sie garantiert im Mittelpunkt stehen? Dann kaufen Sie sich unbedingt einen Akita. Denn mit Mops und Co. punkten Sie heute nur noch, wenn Sie diesen in ein mehr oder weniger peinliches Weihnachtswürstchen-Kostüm stecken. Aber Achtung: haben Sie sich für Ihren "sozialen Aufstieg" einen Akita ausgewählt, sollten Sie sich zweier Dinge bewusst sein:

  • Ehe Sie es sich versehen, werden Sie zur Pressestelle Ihres Haustiers
  • Ist Ihr Hund nicht mit dabei, sind Sie gesellschaftlich wieder ein Nichts mit Wiedererkennungswert Null.

Zur Anschaffung eines Akitas brauchen Sie also nicht nur für dessen Erziehung eine gewisses Mass an Charakterstärke, auch das künftige Management der zwischenmenschlichen Kontakte verlangt nach einem fast unendlichen Mass an Kontaktfreudigkeit und Stoizismus.


Möchten Sie sich einen Hund anschaffen, weil Sie sich ein bisschen einsam fühlen und/oder sich dadurch etwas mehr zwischenmenschlichen Austausch erhoffen? Kein Problem. Denn mit Hund an der Leine, ob besonders niedlich oder hässlich, werden Sie unweigerlich in Kontakt mit Ihren Mitmenschen kommen. Ist der Hund gut erzogen, gestalten sich diese Begegnungen auch oft sehr sympathisch.

 

Haben Sie aber einen Akita an der Leine, wird der Spaziergang - wenn dieser nicht fernab der menschlichen Zivilisation vonstatten geht - rasch zu einem Happening, als wären Sie mit einem Hollywood-A-Promi unterwegs. Sie sonnen sich in der Aufmerksamkeit und es stört Sie in keinster Weise, für jeden ach so kleinen  Weg Pufferzeit für Fan-Fragen einzuplanen? Dann erfüllen Sie schon einige der wichtigsten Akita-Besitzer-Eigenschaften. Gehören Sie aber eher zur introvertierten Sorte, ist ein Akita für Sie auf Dauer wohl nur erträglich, wenn Sie diesen weitab vom menschlichen Treiben unterhalten können.

Nach drei Jahren mit Archie in Zürich habe ich mir ein grosses Mass an Kontaktfreudigkeit und Stoizismus angeeignet. Weder die eine noch die andere Eigenschaft war mir uneingeschränkt in die Wiege gelegt worden. Und so galt auch für diesen Bereich des Akita-Besitzes das Motto "Make it or Break it".  Allerdings hat es sich gezeigt, dass die meisten der Hund-bezogenen Neukontakte an zwei grundlegenden Problemen kranken. Erstens: ohne Hund werden Sie grundsätzlich nicht wiedererkannt. Das ist insofern ärgerlich, falls Sie sich der Illusion hingegeben haben, selber auch charmant und interessant zu sein.

 

Zweitens: Die meisten Hunde-Kurzdialogen gestalten sich mit der Zeit etwas repetitiv. In der Hoffnung, dass die eine oder andere Person den Dog-Blog liest, hier deshalb einige Antworten zu den wichtigsten, häufigsten und dringendsten Fragen zu Archie, sodass wir uns bei unserer nächsten Begegnung im Seefeld oder am Zürichsee anderen "spannenden" Themen zuwenden können.

  • Wie heisst denn der? (Archie) Wiiiiiiee? (Archibald) Cooler Name.
  • Der sieht aus wie ein Eisbär. (Ja, aber nur wie ein kleiner. Ist schliesslich ein Bonsai Ursus Gelato Japonais Vanille) Woooooow. Das ist ja ein cooler Name!!! (Jaja, heute Abend bringe ich ihn wieder in den Zoo zurück. Ich habe ihn da mitgehen lassen, einfach nicht weitersagen) Cooooooool!!!
  • Was ist das für eine Rasse? (Akita Inu), Waaaaas? (Ein Japaner) Aaaaaaaahh. Wie heisst die Rasse nochmals (Akita - Region in Japan, Inu = Hund auf Japanisch) Aaaaaaah.
  • Ist das eine Art Husky? (Was jetzt? Eisbär oder Husky. Haste n iPhone? Frag doch Siri)
  • Der hat sicher heiss im Sommer! (Selbstverständlich. Rennen Sie mal bei 35 C im Pelzmantel rum)
  • Der hat es jetzt sicher gut im Winter (Selbstverständlich. Im Winter taugt ein Pelzmantel einfach mehr als bei 35 C)
  • Der frisst sicher viel... (Das ist relativ. Ein 250 kg-Amerikaner (fr)isst meist etwas mehr)
  • Beisst er? (Sofern Sie kein Eichhörnchen sind, sind sie relativ sicher)

In diesem Sinn: viel Geduld mit den Mitmenschen und - schauen Sie sich auch mal Frauchen und Herrchen an. Kann ja sein, dass die auch ganz putzig sind.

 

Archie's Frauchen

Mit 40 ein Senior?

Einblicke ins einzige Papageien- und Tieraltersheim der Schweiz....

 

Papageien können 50 bis 60, ja manche gar über 80 Jahre alt werden. Nicht viele Halter der prächtigen Vögel sind sich dessen bei der Anschaffung bewusst. Und so lebt mancher Ara, Kakadu, Graupapagei oder Lori während mehrerer Jahrzehnte zufrieden mit seinem Besitzer - bis dieser ins Alter- oder Pflegheim umzieht oder verstirbt. Aber wohin mit einem lauten, anspruchsvollen Tier, dessen Haltung strikten Auflagen bezüglich Vergesellschaftung und Volierengrösse unterliegt? Im Papageien- und Büsihof haben 195 dieser schönen Vögel aber auch Katzen, Hunde und verschiedene andere Tiere einen Lebensplatz gefunden…