Von Feen und Trollen am Sihlsprung

 

Es gibt Wanderungen, die sind einfach für eine Saison prädestiniert – so auch die wunderschöne Rundwanderung von Hirzel zum Sihlsprung und über Schönenberg zurück. Die Bilderbuch-Hunde-Sommerwanderung hatte dieses Jahr, als sich der Winter noch  so gar unwinterlich zeigte, jedoch auch im Dezember ihren ganz besonderen Reiz.

 

Reist man mit dem Auto an, so findet man in Hirzel bei der Kirche Parkplätze. Gleich gegenüber führt der Wanderweg Richtung Sprüermüli nach wenigen Häusern quer über eine Wiese. Die Strasse, die es dann zu überqueren gilt, ist mit all dem Verkehr nicht ohne – also aufgepasst.  Danach führt der Weg  sanft talwärts in knapp 20 Minuten zum hübschen Riegelbau des Restaurants Sprüermüli. Der Wanderweg zweigt kurz danach rechts weg und führt steil durch den Wald hinunter zur Sihl.

Riesige mit Moos bewachsene Steinblöcke zieren den Weg und immer wieder laden lauschige Bade- oder Grillplätze entlang des flachen Flusses zum Verweilen ein. Einer verwunschenen Minibucht mit Sandsichel, smaragdgrünem Wasser und umgestürzten, moosverbrämten Bäumen versprechen wir im Sommer einen weiteren Besuch, bevor wir den weiteren Weg unter die Pfoten nehmen.

 

Nach dem Feenland führt die Brücke über die rauschende Sihl ins Land der Trolle. Denn der Wanderweg  klebt nun dicht am Fels, führt zuweilen unter imposante Steinvorhängen durch oder durch kurze, in den Stein gehauene, stockfinstere Tunnels, bevor sich der Weg über die sonnengleissende Sihlmatt öffnet.

 

Nachdem der Fluss etwas weiter Flussaufwärts über den Suenerstäg erneut überquert wird, muss ein guter Teil der 255 Höhenmeter, die zur Sihl hinuntergeklettert wurden, wieder erklommen werden. Nach der kurzen Anstrengung  führt der Weg jedoch bald wieder versöhnlich durch sanfte Hügel zum Weiler Schönenberg.

 

Wer die Wanderung nach 2 Stunden beenden will, kann hier mit dem Postauto weiterfahren. Für alle anderen führt der Weg weiterhin entspannt über die schönen, grünen Wiesen. Der Wanderweg führt dann gemütlich hinunter und über den Golfplatz Hirzel. Nach dem Golfplatz hat man das Dorf Hirzel bereits fest im Blick, doch der Weg schlägt nochmals einen weiten Bogen durch die Wiesen.

 

Alles in allem, eine wunderschöne Wanderung mit viel Freilaufzonen, gutem Überblick und Abkühl-und Trinkmöglichkeiten an der Sihl. Bei trockener Witterung ist der Weg zu allen Saisons lohnenswert. Bei Eis dürfte der Weg entlang der Sihl zur Rutschpartie werden. Im Winter sollten Frauchen und Herrchen überdies Getränke für sich mitnehmen.  Denn das Restaurant Sihlmatt ist im Winter geschlossen und die Sprüermüli befindet sich entweder ganz am Anfang oder am Ende der Wanderung…

 

Rundwanderung Hirzel – Sprüermüli – Shilsprung – Suenerstäg – Schönenberg – Müsli – Hirzel.
Wanderdauer: 3 h, 10 km, Bergauf und –ab je 255 m


I Love Zürisee - Panoramaweg von Rapperswil nach Stäfa

Für Lustwanderer ist der Panoramaweg von Rapperswil nach Stäfa das Nonplusultra. Denn er besticht nicht nur mit wunderschönen Ausblicken über den See und in die Berge, sondern führt auch äusserst abwechslungsreich durch Weiler, über Wiesen und Heiden.

In rund 10 Etappen lässt sich der Zürichsee umrunden. Gewisse Abschnitte auf dem Panoramaweg der Goldküstenseite führen aufgrund der Zersiedelung inzwischen durch Wohnquartiere und haben nur noch teilweise Wanderflair. Der Streckenabschnitt von Rapperswil nach Stäfa bietet aber auf seinen 14 km alles, was sich das Wanderer-Herz wünscht.

 

Nach einer kurzen Zug-Reise starten wir unsere Wanderung am Bahnhof Rapperswil. Der Weg führt uns entlang der zauberhaften Seepromenade (mit für den Wanderhund aufregend vielen Schwänen und Enten) und dem Schloss hoch zum Panoramaweg.

 

Gleich zu Beginn der Wanderung kann man oberhalb von Rapperswil einige einzigartige Häuser mit traumhaften Gärten und kühnen Kunstobjekten bewundern.

 

Nachdem wir die letzten Häuser hinter uns gelassen haben, läuft es sich flüssig vorwärts und Hund und Frauchen geniessen das stress- und verkehrsfreie Laufen Richtung Feldbach, welches wir nach rund zwei Dritteln des Wegs erreichen.

 

Der Weg führt uns hinunter zum Bahnhof und dann steil wieder hoch auf den Hügelkamm. Unsere Hoffnung, dass der Panoramaweg uns nun durch die zauberhaften Weinberge führen würde, wird enttäuscht. Weg vom Seepanorama passieren wir jedoch bald den einen oder anderen attraktiven Weiler mit Pferdekoppeln, was uns rasch wieder versöhnt.

 

Nach etwas mehr als 3 ½ h – ja, es gibt gar viel zu bestaunen und beschnüffeln unterwegs, weshalb wir immer länger brauchen, als als Wanderzeit angegeben ist – erreichen wir Stäfa.

 

Unseren Lunch haben wir auf der Terrasse des Gasthauses „Zur frohen Aussicht“ eingeplant. Und das lohnt sich alleweil. Das grosszügige Cordon Bleu, von freundlichem Personal serviert und die Aussicht über den See, stimmen uns äusserst heiter.

 

Nach dem Essen spazieren wir in rund 30 Minuten hinunter ans Seeufer zur Bootanlegestelle in Stäfa und runden den schönen Wandertag mit einer Bootfahrt zurück ans Zürcher Bellevue ab.

Tipps

  • Der Panoramaweg kann recht stark bewandert sein. Es lohnt sich deshalb, diesen frühmorgens unter die Füsse zu nehmen.
  • Da es am Panoramaweg nur gerade in Rapperswil und dann in Stäfa je ein Restaurant gibt, lohnt es sich, ausreichend Flüssiges und Snacks nach Bedarf für die 14 km lange Strecke mitzutragen.
  • Der Geheimtipp für den Abschluss der Wanderung ist ein Lunch auf der Terrasse des Gasthauses „Zur frohen Aussicht“ in Uster.
  • Sind Sie in Eile, bringt der Zug sie rasch zurück zu Ihrem Wohnort. Eine Schifffahrt von Stäfa nach Zürich rundet die Wanderung jedoch besonders erfreuliche ab.

Spaziergang Rapperswil - Stäfa  (14 km, 3 - 3,5 h Gehzeit), leichte Wanderung mit toller Bootsfart am Schluss


ARCHIE STAR's Ausflugstipp: Dicken (Kt. SG) – entspanntes wandern zwischen Papageien und Säntis

 

Abseits der plakativen Bilderbuchidylle des touristisch erstklassig erschlossenen Appenzells liegt als Wander-Geheimtipp das Toggenburg; mit sanften Hügeln und verstreuten Höfen, wo Kinder, Kühe und Hühner noch so leben dürfen, wie es ihrer Natur entspricht. Weil Frauchen im Toggenburg aufgewachsen ist, zieht es uns zu allen Jahreszeiten in die nebelfreie Zone ihrer „alten Heimat“ – nach Dicken im Neckertal .

Der ehemalige Luftkurort zwischen Degersheim und St. Peterzell bietet verschiedene Rundwanderungen auf einem gut ausgebauten Wanderwegnetz, wahlweise mit Verpflegung aus dem Rucksack an einer der schönen Feuerstellen, einem Aussichtspunkt oder in einem Berggasthaus. Reist man per Postauto von Flawil / Degersheim oder Brunnadern /  St. Peterzell an, so steigt man am besten beim Restaurant Freihof aus, spaziert rund 150 m Richtung Degersheim und biegt dann rechter Hand auf den Wanderweg zum Äuel ab. Fährt man mit dem Auto, so gibt es einige Parkplätze im Zentrum des Dorfs bei der ehemaligen Käserei.

 

Schon kurz nach Wanderstart erschliesst sich ein hübscher Blick über das ehemalige Sticker-Dorf und nach nur wenigen hundert Metern entlang des Graswegs hügelauf kann man bei einer kleinen Fotopause oberhalb der Äuel-Feuerstelle die ersten Sonnenstrahlen hinter dem Säntis geniessen.

 

Vom Amazonas ins Toggenburg

 

Einem schmalen Trampelpfad folgend trifft man bald auf eine ruhige kleine Strasse, biegt auf dieser links ab und erreicht nach insgesamt  30 Minuten ab Wanderstart als erstes Highlight den Büsi- und Papageienhof in Hönetschwil. Ein Hauch von Australien und Amazonas umweht den abgelegenen Hof, wenn selbst im Winter Aras, Kakadus, Blau-, Grau- und Grünpapageien lautstark die ersten Sonnenstrahlen in den Aussenvolieren begrüssen. (Papageienbesuch nach Voranmeldung möglich). 

 

Gleich nach dem Hof beginnt ein kurzer, stotziger Aufstieg, nach welchem sich der durstige Wanderer bei einem ersten Kaffee im Restaurant Bergli erholen kann. Das Berggasthaus wird übrigens lautstark von einer rostbraunen Hundedame verteidigt, die aber mit einer kleinen Würstchenbestechung schnell butterweich wird. Übrigens: ist der Gasthof geschlossen, steht im Sommer eine Kühltruhe mit Getränken bereit, aus der man sich selber bedienen kann.

 

Nach dem Berggasthof folgt man einer nur leicht ansteigenden Kiesstrasse Richtung Gägelhof/Risi/Landscheide. Möchten Sie ein grossartiges Panorama geniessen, dann lohnt sich ein kleiner Abstecher linker Hand auf die Hügelkuppe, denn von hier aus haben Sie einen tollen Ausblick Richtung Bodensee, Churfirsten, Dicken und die Toggenburger-Täler.

 

Mit Likör "on the go" zu den Kamelhöckern

 

Der Weg schlängelt sich nun entspannt dem Hang entlang, am „Gägelhof“ vorbei (die Bäuerin verkauft in ihrem „Lädeli“ wunderbare selbstgemachte Konfitüren, Guetsli oder auch Minifläschchen mit köstlichem Likör für unterwegs) bis zur Landscheide. Hinter dem inzwischen geschlossenen Lokal schlendern Sie über die „Kamelhöcker“ dem Hügelkamm entlang während ca. 30 Minuten Richtung Chäseren, immer den Säntis und die Churfirsten im Blick.

 

Auf der Chäseren lädt das gleichnamige Gasthaus nochmals zum Verweilen ein. Mit oder ohne Pause haben Sie nun die Wahl, ob sie der ruhigen, gewundenen Teerstrasse nach Dicken folgen und den spärlichen Autoverkehr in Kauf nehmen oder gleich neben dem Gasthaus über den Wanderweg mit etwas steilerem Schlussabstieg nach Dicken zurückkehren.

Säntis
Säntis

Hunde-Tipp

 

Der Weg von Dicken ist Balsam für die Stadthunde-Seele. Vierbeiner, die sich zu benehmen wissen, dürfen den grössten Teil des Spaziergangs ohne Leine geniessen. Um die Kühe nicht zu gefährden muss Hundekot besonders zur Weidezeit und Heuete bitte zwingend aufgenommen werden. Übrigens: die als „giftig“ verrufenen Appenzeller-Hunde, die fast auf allen Höfen anzutreffen sind, freuen sich meist dermassen über den Besuch anderer Hunde, dass sie lammfromm werden. Und falls sie einmal ohne Hund unterwegs sind – verfressen wie sie sind, kann man sich problemlos freies Geleit mit einigen Hundwürstchen „erkaufen“.

 

Gefällt Ihnen die Wanderung so gut, dass Sie nach Dicken zurückkehren möchten? Von Dicken aus gibt es auch einen etwas anspruchsvolleren Weg über die „Wilkethöchi“ bis nach Brunnadern…

 

Rundspaziergang Dicken (Neckertal) – Äuel – Bergli – Landscheide - Chäseren – Dicken  (2 - 2,5 h Gehzeit), leichte Wanderung mit einem kurzen, steileren Aufstieg.


ARCHIE STAR's Ausflugstipp - von Steg aufs Hörnli (Kt. ZH)

Frauchen und ich gehen oft und gerne wandern. Denn gibt es etwas Besseres, als die aufregenden Düfte an einem neuen Ort zu erschnüffeln? Oder nach einem tüchtigen Aufstieg zur Belohnung ein Stückchen Kalbsbratwurst in einem Bergrestaurant zu verspachteln? Einer unserer Lieblingsausflüge geht von Steg im Tösstal aufs Hörnli. Denn wenn das Unterland im Nebel versinkt, gibt es oft Sonne und immer eine tolle Aussicht auf dem „Gipfel“. Und für sportliche Vierbeiner ist es zudem ein Riesenspass, im Winter neben einem Schlitten oder grossen Trottinett im Sommer zurück ins Tal zu spurten.

Vom Bahnhof Steg marschieren wir beim Restaurant Bahnhof auf den Jakobsweg Richtung Hörnli. Die ersten 150 m durchs Dorf sind immer aufregend, da ich jeweils dringend überprüfen muss, wer sich schon vor mir auf den Weg gemacht hat. Nach dem Überqueren des kleinen Bachs gibt es eine erste Attraktion, die Alpacca-Weide. Diese puppengesichtigen Vierbeiner sind ja lustig. Entweder sie schauen irritiert, oder rennen grundlos weg. Sicher ist, dass ich sie mir auf dem Rückweg nochmals genauer anschauen muss.

 

Nach weiteren 100 m zweigt der Weg links ab und führt über einige steile Abkürzungen, die auch die "Aufstiegsroute“ genannt werden, in die Höhe, weil man so den Schlittlern nicht in die Quere kommt. Nach einem längeren Aufstieg durch den Wald gelangen wir auf ein offenes Zwischenstück. Bevor wir nach der Scheune links den Wanderweg über die Wiese fortsetzen, muss ich kurz die Kühe anschauen, die mich ihrerseits mit grossen Augen anstarren. Auf der nächsten Ebene zeigen sich endlich weiter oben das Gasthaus Hörnli und die grosse Antenne.

 

Trampelpfade oder andere Umwege

 

Ein steiler Trampelpfad führt in direkter Linie hinauf. Bleibt man aber links, umwandert man das Hörnli auf einem schmalen Pfad in Richtung Hörnli-Gübel und nimmt den „Gipfel“ von der „Fischinger-Seite“ in Angriff. Diesen Weg liebe ich, besonders im Sommer oder Herbst, wenn er schön trocken ist. Er ist nämlich zuweilen etwas schmal und fällt linker Hand etwas ab, aber es gibt immer etwas zu wittern, sehen oder hören. Ist man fast auf der Rückseite angelangt, zeigt ein Wegweiser nach rechts oben Richtung Hörnli. Der Weg ist dann nochmals etwas anstrengend, mit vielen Stufen. Aber da ich weiss, dass es bald ein Päuschen gibt, gebe ich mein bestes. Bevor wir endgültig im Gasthaus rasten, müssen wir aber noch kurz hoch zum höchsten Punkt auf dem Hörnli, der Antenne, um die Aussicht über Churfirsten und Zürcher Oberland zu geniessen.

 

Der Weg ist das Ziel - besonders beim Schlitteln

 

Sind wir gestärkt und ausgeruht, geht es auf den Rückweg. Da wir ungern zweimal die gleiche Route gehen, gibt es für uns nun zwei Alternativen: zu Fuss galoppieren wir den kleinen, steilen Pfad unter dem Gasthaus Richtung Tal, kreuzen kurz vor der Zwischenebene den Weg, wo wir beim Aufstieg Richtung Hörnli-Gübel abgezweigt sind, und kehren dann entlang der bekannten Aufstiegsroute zurück nach Steg.

 

Ist der Weg aber ausreichend verschneit, dann mietet Frauchen sich beim Gasthof Hörnli einen Schlitten und ich galoppiere und trabe neben dem Schlitten auf der Schlittelstrecke hinunter ins Tal. Da wir meist sehr früh unterwegs sind, ist die Strasse noch angenehm für die Pfoten und menschenleer. Am Bahnhof Steg gibt es beim Veloständer einen Schlittelständer, wo die gemieteten Schlitten deponiert werden können. Zurück im Auto bin ich dann richtig müde und froh, wenn ich die Rückfahrt auf meiner weichen Decke verschlafen kann.

 

2h45, auf- und abwärts je 440 m

Route: Steg 695m - Breitenweg 901 m (45min) - Tanzplatz 970m (10min) - Hörnli 1133m (40min) - Steg 695m (1h10)

 

 

 

 

Mit 40 ein Senior?

Einblicke ins einzige Papageien- und Tieraltersheim der Schweiz....

 

Papageien können 50 bis 60, ja manche gar über 80 Jahre alt werden. Nicht viele Halter der prächtigen Vögel sind sich dessen bei der Anschaffung bewusst. Und so lebt mancher Ara, Kakadu, Graupapagei oder Lori während mehrerer Jahrzehnte zufrieden mit seinem Besitzer - bis dieser ins Alter- oder Pflegheim umzieht oder verstirbt. Aber wohin mit einem lauten, anspruchsvollen Tier, dessen Haltung strikten Auflagen bezüglich Vergesellschaftung und Volierengrösse unterliegt? Im Papageien- und Büsihof haben 195 dieser schönen Vögel aber auch Katzen, Hunde und verschiedene andere Tiere einen Lebensplatz gefunden…